Ostern 2014: Antenne zu Gott - Osternacht: Entflamme in uns die Sehnsucht ... 

Was bewegt Menschen, mitten in der Nacht freiwillig drei Stunden in der mäßig warmen Kirche zu verbringen, anstatt sich zuhause ins warme Bett zu kuscheln, einen gemütlichen Fernsehabend zu verbringen oder in geselliger Runde ein Glas Wein zu genießen?


„Ich habe die letzten Tage so genossen, man trifft immer wieder die gleichen vertrauten Leute und man muss sich gar nicht richtig verabschieden, weil man sich ohnehin bald wieder sieht. Beim Laudesgebet, dem Kreuzweg, der Grabwache, den Gottesdiensten …“


„Zu Ostern wegfahren, das könnte ich mir gar nicht vorstellen – nichts übertrifft Ostern in Baumgarten!“


„Jeder einzelne Moment ist so feierlich!“


„Die Musik trägt mich wie auf einer Wolke durch diese Nacht.“ (Hörprobe: Da pacem cordium)


„Als Ministrant habe ich schon ziemlich viel zu tun, jeden Tag Probe und dann am Abend die langen Feiern. Aber es war wirklich voll schön!“


„Ich liebe den Moment, in dem die neue Osterkerze in die Kirche getragen wird und die Ministranten das Licht weitergeben. Aus einer einzigen Flamme entsteht ein ganzes Lichtermeer.“


„Als die kleine Sarah bei ihrer Taufe voller Überzeugung ins Mikrofon gesagt hat: „Ich glaube!“, hab ich mir gedacht: Wahnsinn, dieses Kind wartet geduldig fast zwei Stunden auf diesen Moment, und dann ist es kurz vor Mitternacht voll und ganz bei der Sache – ein echtes Vorbild für uns!“


„Ostern ist nicht nur ein vergangenes Ereignis, Ostern ist unsere Zukunft. Das habe ich heute gespürt.“


„Ich war heute zum ersten Mal dabei. Und ich kann nur sagen: Ich staune.“


„Entflamme in uns die Sehnsucht nach dir, dem unvergänglichen Licht!“, betet Pfarrer Clemens Abrahamowicz zu Beginn der Osternachtsfeier, als er beim Kircheneingang das Osterfeuer segnet. Diese Sehnsucht wird spürbar in allen Momenten dieser Nacht: Als im Dunkeln das Lichtermeer erstrahlt; als das Exultet, das große Osterlob, so stimmungsvoll und berührend erklingt; als die vielen Lesungen von der Verbundenheit Gottes mit den Menschen berichten und der GOoD-News-Chor so passend „Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht“ singt; als das Gloria nach sechs Wochen Fastenzeit so stürmisch erklingt und das Evangelium von der wunderbaren Auferstehung berichtet; als mit dem frisch geweihten Taufwasser das Erstkommunionskind Sarah in die Gemeinschaft unserer Kirche aufgenommen wird; als wir in der heiligen Kommunion das größte Ostergeschenk erhalten; als wir am Ende der Feier gemeinsam singend „Jesus Christ, you are my life!“ bekennen.


Pfarrer Clemens Abrahamowicz weist in seiner Predigt darauf hin, dass viele wichtige Ereignisse in der Bibel in den frühen Morgenstunden stattfinden, vom Auszug aus Ägypten bis zur Auferstehung, und lädt alle dazu ein, einmal in dieser besonderen Stimmung des frühen Morgens in sich selbst hineinzuhorchen, die Sehnsucht nach Gott wahrzunehmen und sich Zeit zu nehmen für die Begegnung mit ihm – weil das in den ganzen Tag hineinstrahlen kann.


Die Baumgartner/innen, die Tauffamilie und auch viele Gäste (darunter zwei Franzosen, eine Spanierin und ein Isländer) nützen jene frühen Morgenstunden, die nach der Osternachtsmesse anbrechen, um im Pfarrheim bei der Agape bei den köstlichen geweihten Speisen noch lange weiterzufeiern. Und gar nicht wenige von ihnen finden sich schon ein paar Stunden später wieder zur feierlichen Ostersonntagsmesse in der Kirche ein. Was sie wohl angetrieben hat? Es muss die Sehnsucht gewesen sein …