Eine Pfarre auf Reisen
Nach fünfjähriger Pause war es endlich wieder soweit. Mitglieder der Pfarre Baumgarten machten sich zusammen mit Pfarrer Clemens Abrahamowicz vom 14. bis 23. Juni 2010 zu einem gemeinsamen Urlaub auf. Kärnten mit seinen vielen schönen Seen und seiner herrlichen Bergwelt war das Ziel, genauer gesagt, das Renaissance-Schloss Kloster Wernberg – auf einem Felsen über der Drau nahe Villach.
Ein abwechslungsreiches kulturelles und spirituelles Programm hatten sich Annemarie Schmidt und Pfarrer Clemens Abrahamowicz, die Organisatoren des Urlaubs, für die 20 Teilnehmer einfallen lassen.
Am Beginn stand eine ausführliche und interessante Hausführung mit Schwester Waltraude, Leiterin des Klosters, das seit 1935 im Besitz der „Missionsschwestern vom Kostbaren Blut“ ist. Eine Fremdenpension, ein Bildungshaus, ein Integrationskindergarten sowie eine große Landwirtschaft gehören zum Anwesen. 67 Schwestern bewohnen das Kloster. Die meisten von ihnen sind noch aktiv und sorgen dafür, dass der Betrieb gut läuft.
Die gepflegte Gartenanlage mit prächtigen Blumen, die netten, sauberen Zimmer, das mit Produkten aus der eigenen Landwirtschaft liebevoll zubereitete Essen, vor allem aber die Fröhlichkeit und Gastfreundlichkeit der Schwestern trugen wesentlich dazu bei, dass sich jeder hier wohl fühlte.
Im Meditationsraum des Klosters (die Kirche wird derzeit renoviert) traf sich die Gruppe täglich, um Glaubensimpulse zu empfangen, zu beten, innezuhalten und zu danken. Wir feierten täglich die hl. Messe, an den verschiedensten Orten, zu verschiedensten Zeiten, wie es sich ergab.
Für alle, die auch für ihr körperliches Wohl etwas tun wollten, bot Caritas-Assistentin und ausgebildete Vorturnerin Monika Bock im wunderschönen Festsaal des Schlosses Gesundheitsgymnastik-Einheiten an, die den Teilnehmern viel Spaß machten.
Wenn eine Pfarre unterwegs ist, dürfen natürlich Kirchenbesichtigungen nicht fehlen. Und so besuchten wir den Klagenfurter Dom, die wunderschöne Wallfahrtskirche von Maria Saal, den Dom zu Gurk mit dem Grab der hl. Hemma, die Ossiacher Stiftskirche, die Franziskaner- und Stadtpfarrkirche von Villach, die schöne Wallfahrtskirche Maria Gail und die kleine St.-Anna-Kirche in Reifnitz am Wörthersee (musste schon wegen der Namensgleichheit mit unserer Heimatkirche angeschaut werden) sowie die berühmte „Hochzeitskirche“ Maria Wörth.
Dank der guten Beziehungen von Pfarrer Clemens Abrahamowicz standen uns in den meisten Gotteshäusern kompetente – meist sogar geistliche - Führungspersönlichkeiten zur Verfügung, die uns nicht nur mit kirchengeschichtlichen, sondern auch theologischen Details und Zusammenhängen verwöhnten. Sie wurden für ihre Bemühungen mit kleinen Geschenken (u. a. auch der Baumgartner Festschrift) bedankt.
Wir verließen keine Kirche ohne unserem Schöpfer und der Gottesmutter für die nette Reisegemeinschaft und die schöne Zeit zu danken.
In Maria Gail vor der Krippe, die dort das ganze Jahr über aufgestellt ist, ließ es sich Pfarrer Clemens Abrahamowicz zur Verblüffung aller anderen nicht nehmen, „Stille Nacht, Heilige Nacht“ anzustimmen. „Na ja, in sechs Monaten ist schon wieder Weihnachten“, war sein spitzbübischer Kommentar dazu.
Zwischen den Kirchenbesuchen gab es aber auch Unterhaltsames:
So wurden die Adler- und Vogelflugschau auf Burg Landskron mit Europas einzigartigem Greifvogel-Zoo und der Affenberg mit den Makaken besucht.
Eine Dampferrundfahrt auf dem Wörther See war eine willkommene Abwechslung, die wir sehr genossen.
Einer der Höhepunkte war die Fahrt nach Italien auf den Monte Santo di Lussari in den Julischen Alpen. Mit der Seilbahn ging es hinauf auf den Berg zur kleinen Marien-Wallfahrtskirche mitten in einer herrlichen Bergwelt mit frisch „angezuckerten“ Gipfeln.

Die Gründungslegende von Maria Lussari aus dem Jahr 1360 besagt, dass ein Hirte, der seine Schafe zum Melken sammeln wollte, diese vor einem Wacholderbusch im Kreis knieend vorfand. Darin bemerkte er eine kleine Marienstatue, die er zu seinem Pfarrer ins Tal brachte. Dieser sperrte sie in einem Kasten ein. Tage darauf eilten die Tiere wieder zu derselben Stelle und alles wiederholte sich in der gleichen Weise. Nach zweimaliger Ortsveränderung der Statue, die zweimal aus dem verschlossenen Kasten an die Auffindungsstelle zurückgekehrt war, nahm der Pfarrer die Madonnenstatue und reiste mit ihr zum Patriarchen von Aquileja, der den Bau einer Kirche an der Fundstelle anordnete. Diese Kirche steht heute noch, und wir durften sie besichtigen.

Abends nach dem Essen wurde oft noch in gemütlicher Runde bei einem Gläschen Wein oder einer heißen Schokolade geplaudert und gesungen – manchmal sogar mit Gitarrenbegleitung durch unsern Herrn Pfarrer oder Schwester Monika, die jüngste der Schwestern im Kloster.
Schnell sind die Urlaubstage vergangen. Mit vielen neuen Eindrücken und dem Gefühl, eine schöne Zeit in einer netten Gemeinschaft verbracht zu haben, machten sich die Baumgartner wieder auf die Heimreise.
Ein herzliches Dankeschön an unseren Herrn Pfarrer und Frau Annemarie Schmidt für all ihre Mühe und die gute Organisation!